Wednesday, January 8, 2014

Konzert Review - Been Obscene, unplugged & final

Bye, bye Been Obscene!

Grandioser Abschied der Salzburger Rock-Legenden

Es gibt Abende, an denen weißt Du schon vorher, dass die Emotionen mit Dir durchgehen werden. So ging es ganz sicher den drei verbliebenen „Ex-Obszönen“ Robert, Philipp und Tommy, als am 30.12.2013 zum letzten mal und im Rahmen der internationalen Veranstaltung „Winterfest“ der Name der Band auf den Programmen prangte – und so ging es auch mir, der ich das große Glück hatte, in den letzten Jahren ganz nahe mit der Band den Aufstieg von Been Obscene zur ersten Nummer der Österreichischen Alternativen Rockbands erleben zu dürfen. Und es wurde ein großer Abend, umgeben von einem fantastischen Ambiente in einem trefflich ausgestatteten Zirkuszelt aus dem Jahre 1908. Heimelig aufgeheizt bot dieser Ort inmitten der kalten Winternacht mitten im Volkspark Salzburg, ganz nahe an den Ufern der Salzach ein beschauliches Kleinod, geradezu schreiend nach einer Sternstunde  der Kultur. Nennt mir mal einen geeigneteren Hintergrund für ein klassisches „unplugged-Konzert“…

Salzburg, die Stadt, die mir inzwischen zur zweiten Heimat erwachsen ist, verabschiedete sich in dieser frostigen Nacht von Ihren liebsten Kindern des Rock´n Roll, eigentlich ein Grund, um in tiefe Depression zu verfallen. Viel zu sehr haben die wunderbaren Konzerte von Been Obscene und allem voran einer meiner absoluten Lieblingssongs aus diesem Jahrtausend meine musikalische Welt in den letzten Jahren mit geprägt. Schon als ich vom Mirabellplatz hinüber wanderte zum Schauplatz des letzten Showdowns gingen sie mir alle durch den Kopf, die Bilder einer wunderschönen Epoche. Da war das legendäre Konzert zur Releaseparty von Night-O-Mine, dem zweiten Album; wurden Erinnerungen wach an jene faszinierende Nacht mit Colour Haze´s Gigantenkonzert zu She Said, als Robert beim Titelstück wie schon auf der Platte die Percussion übernahm und Been Obscene danach den gewaltigsten Kehraus spielte, den ich je erlebt habe. Momente voller Magie und elektrisierender Emotion.

Heute Abend sollte all das seinen finalen Höhepunkt finden.

Gefangen von der wirklich begeisternden Umgebung und der mehr als liebenswerten Bewirtung traf ich bald auf die Protagonisten der Veranstaltung und viele weitere Freunde aus der Szene. Eine eigenartige Stimmung, irgendwie kaum fass- oder beschreibbar lag über dem historischen Zelt. Da war die traurige Gewissheit, dass wir nach diesem Abend nie wieder Been Obscene live erleben werden – und eben auch das ungeheuer beflügelnde Erlebnis, bei einem absoluten Highlight und einem für die Österreichische Stonerszene unvergleichlichen Ereignis dabei zu sein.

(c) Maria Ortner
Und dann wurde es ernst, nahmen die Musiker nach und nach ihre Positionen ein. Tommy kam als erster, nahm die Gitarre und startete in ein zweistündiges Musikerlebnis absoluter Ausnahmeklasse. Die Leadgitarre inklusive Background-Gesang wurde heute Abend von Stefan wahrgenommen, doch das drückt nur ganz vorsichtig aus, welch unglaubliche musikalische Leistung hinter seinem Auftritt gewürdigt werden muss. Eingesprungen aus den mittlerweile bekannten Gründen absorbierte er die Songs der Jungs, als hätte er nie im Leben etwas anderes getan. Unglaublich, wie präzise er die mitunter auch sehr vertrackten Rhythmen, insbesondere bei den abrupten Variationen in Snake Charmer umsetzte – die Band wirkte wie aus einem Guss, kein Mensch hätte geahnt, dass da heute ein ganz anderer dabei ist als sonst.

Tommy hatte schon vorher angedeutet, dass wir die Songs der Band heute allesamt in ganz speziell abgewandelten Versionen zu hören bekommen, angesichts der Tatsache unverstärkter Gitarren natürlich nicht überraschend – aber wie die Band das löste, war eine Gänsehaut nach der anderen wert. Wenn nicht heute Abend, wann dann je zuvor hat sich die ungeheure Substanz und das Potential der Been Obscene-Songs so fruchtbar und vielseitig entfaltet?

Die unbeschreiblichen Melodien, die insbesondere Tommy immer wieder ersonnen hat und die in der Stonerszene absolut einzigartig sind, die ungeheuer vielfältige Rhythmik, die uns Robert und Philipp gerade vor dem akustischen Hintergrund besonders ausdrücklich in den Schädel schlugen, verbunden mit Momenten zwischen machtvollen Riff-Gestalten, die selbst an der klassischen Klampfe einen Wahnsinnsdruck zu entfalten vermochten, bis hin zu den absoluten Schauer erzeugenden musikalischen Einfällen, die die Band immer wieder in ihre herrlichen Songs eingestreut hat. Für mich immer und ewig fokussiert in dem Intro zu „Demons“, meinem absoluten Lieblingssong. Ein Stück Musikgeschichte, bei dem ich in der Zukunft aufpassen muss, dass mich die Emotionen nicht allzu weit davon tragen. Im unverstärkten Gewand kam dieses Meisterwerk übrigens kein Fitzelchen weniger faszinierend rüber wie in der Originalversion. Der begeisterte Aufschrei der vielen Enthusiasten und Freunde der Band im ausverkauften Spiegelzelt bewies mehr als deutlich, dass ich mit meiner Meinung zu Demons ganz sicher nicht allein bin. Aber es wäre fatal, sich nur mit der Betrachtung einzelner Songs aufzuhalten, müsste ich doch auch unbedingt wieder einmal auf die Schönheit und Einzigartigkeit beispielsweise von „Endless Scheme“ oder „Alone“ hinweisen. Nein, das Gesamtkunstwerk eines solchen „unplugged-Konzerts“ bringt Dir die Musik näher als alles erdenklich andere. Roh, direkt und ohne Verschnörkelung, aber auch voller zerbrechlicher Feinfühligkeit und Ehrlichkeit zeigen Dir die Musiker ohne jede technische Unterstützung oder Verfälschung ihre Lieder, Lieder, die ihren musikalischen Wert gerade auf diese Weise belegen.

(c)Maria Ortner

(c) Maria Ortner
Tja, und dann waren da noch die verschiedenen neuen Songs, die eigentlich auf dem dritten Album von Been Obscene hätten eingespielt werden sollen. Ich hab die Titel ganz bewusst nicht mitgeschrieben, wollte ja eigentlich nicht einmal im Nachhinein zu den Tasten greifen – aber was waren das für Songs. Die wunderbaren gesanglichen Harmonien von Tommy, teilweise unterlegt durch die zweite Stimme (heute Abend Philipp und Stefan) entführten uns in eine Welt kreativer Rockmusik voller Überraschungen und genialer Melodien, wunderbar veredelt durch die virtuosen Soli, mit denen Stefan teilweise fast jazzige Attitüden einzuflechten vermochte, perfekt passend zu Roberts ausgefeilt ausgefallener Rhythmusarbeit.

Je später der Abend und je weiter sich das Konzert entwickelte, desto mehr geriet das begeisterte Publikum in einen Rausch – so wie es die Jungs auf der Bühne vermutlich auch für sich empfunden haben. Es war eben diese Atmosphäre aus historischer Bedeutung, dem Zauber des Moments und dem großen Können derer dort auf den Brettern, verbunden mit dem fast mystischen Geist solch unverstärkter Musik, die am Ende alle Beteiligten davon fliegen ließ.
Stehende Ovationen, ein tobendes Zelt und vier bewegte Musiker waren am Ende das Produkt dieser zwei Stunden für die Ewigkeit.
Uneingrenzbare Glücksgefühle und die ewige Melancholie eines erzwungenen Abschieds verbanden sich zu einem einzigartigen Gefühl, das wir alle miteinander teilten.

Und nie zuvor wurde mir bewusst, wie sehr ich dankbar dafür sein sollte, so nah dabei gewesen zu sein. Großartige Musiker, die vor allem auch großartige Menschen sind, wie man sie sich als Freunde nur wünschen mag. Wir waren nicht nur alle zusammen Zeuge eines großartigen Konzerts mit besonderer Bedeutung, wir waren eins im Herzen, denn wir haben das Gleiche empfunden. Das ist das Wunder der Musik, sie verbindet Menschen, wie es nichts und niemand anderes zu tun vermag.


Fotos hab ich an diesem Abend keine gemacht, ich wollte ja einfach nur dabei sein und erleben dürfen, sorry Jungs, aber es gab ja genügend Fotografen in Aktion. Das Ende einer Epoche bedeutet nichts anderes als den Beginn einer neuen. Das ist ein tröstlicher Gedanke und macht ganz viel Hoffnung auf das, was da kommen mag. In diesem Sinne wünsche ich allen, die Been Obscene gemacht und ausgemacht haben, alles erdenklich Gute und eine großartige Zukunft.
Möge die Eule fliegen für immer…(Michael)


by Michael

Thursday, December 5, 2013

Interview & Review: Vidunder

INTERVIEW:



REVIEW: Vidunder - s/t
Album Artwork

"Fuck yeah, der nächste große Wurf aus dem 70ies Rock-
Exportland #1 Schweden", denkt man sich, wenn man die 
Platte das erste mal auf den Teller legt. Bei den ersten
Durchläufen denkt man sofort an Graveyard, Witchcraft und co., deren Einfluss natürlich absolut unbestreitbar. Aber je länger man die Platte hört, desto mehr fällt einem die Eigenständigkeit der Jungs aus Örebro auf. Die ersten 3 Songs fliegen einem sprichwörtlich um die Ohren: treibende Drums , rifflastige Gitarren (die man sich doch an der einen oder anderen Stelle wenigstens ein klein wenig verzerrter wünscht) und ein eingäniger Gesang hinterlassen sofort einen bleibenden Eindruck. Vor allem "Into Her Grave" lässt sich hier als Song besonders hervorheben, der, nebenbei gesagt, das Potenzial besitzt, zu einem Szene-"Hit" zu werden. Erst danach offenbaren VIDUNDER ihre ganzen Songwriting Qualitäten: ein ruhiges, düsteres Stück, "Threefold", durchzogen von rhythmischen Finessen, folgt auf dem Fuße. Gänsehaut Stimmung! Danach drücken die Jungs gleich wieder ordentlich aufs Tempo. "Summand och Bortglömd" entpuppt sich als, an manchen Stellen an MC5 und andere Detroit Größen erinnernde, Garage-Rock Nummer. Der erste von drei Songs auf der Platte, der schwedische Lyrics hat, daher werden die meisten von uns über die genaue Bedeutung dieser Nummer wahrscheinlich nur mutmaßen können. Die Band hat uns in einem Interview allerdings den Hinweis gegeben, dass sie zu vielen ihrer Songs von Natur und Literatur inspiriert wurden.

Auf Seite 2 angekommen geht die muntere Achterbahnfahrt weiter. Während "Asmodeus" rockt als gäbe es kein Morgen, wird man bei "Beware the Moon" sofort wieder zurück auf die Couch geholt. Unglaublich gefühlvoller Song, der sich, wie vieles auf dem Album, nicht gleich beim ersten Mal durchhören offenbart. Selbiges gilt für "Fire", der allerdings etwas geradliniger daherkommt als sein Vorgänger. "Threat From The Underground" ist wieder deutlich intensiver, besonders der geniale Mittelteil des Songs haut einen jedes mal wieder aus den Socken. Super Rhythm Section, gepaart mit Garagenriffs. "Your Ghost" startet atmosphärisch und entwickelt sich dann recht bald zu einer schnellen, variationsreichen Rock-Nummer, die VIDUNDER im letzten Song des Albums hervorragend auf den Punkt bringen: 70ies Rock, interessantes Songwriting, mal düster, mal kompromisslos und mit dem richtigen Gespür für langsame, gefühlvolle Stücke. 

Listen to Them:


http://vidunderband.com

by Res Fitzgerald and Flozi

Monday, November 18, 2013

FESTIVAL REVIEW: Keep it Low

Keep it Low Festival:

When Elektrohasch Records celebrates their 10th anniversary, you can´t stay at home. So we packed our bags and went to Munich, we've been looking forward to a day with 15 Bands on 3 Stages.
The Location is called “Feierwerk”, a really nice place with 3 Stages and a small outdoor area.
After our arrival, we got informed that Rotor cancelled their show. Not the message you want to read, but that bad message had something good in it, Colour Haze decided to play a second 45 minute long show.
The first band, Parasol Caravan from Austria, started early at the “Orange” Stage, but it was a great start into this heavy day. With their merciless Stoner/Heavy Rock our neck muscles had a 40 minute work out, but this was just the warm up. Read more about Parasol Caravan in our category “Bands you should know”!
Parasol Caravan
After this awesome show we needed a short pit stop at the bar. Because of the overlapping stage times on the 3 stages and the beers, we missed a lot of Orcus Chylde. A 70s inspired Psych-Prog-Rock band from Germany. But when Hellroom Projectors started, we've been in the front row. Ok, this wasn't that hard, because the “Hansa 39” stage, the biggest one, was not that crowded this early. The Hellroom Projectors are a Stoner Metal band from Switzerland, with heavy riffs and a dark voice.


Hellroom Projectors
Mother Engine, are one of the newcomer bands of 2013. Since their camp site gig at the Stoned from the Underground Festival this year, they are well known, at least in Germany. We hope to see them soon in Austria. A lot of stonerheads entered the “Kranhalle” stage to see Mother Engine and they didn't get disappointed. A rifftastic instrumental stoner, with great speed changes and low tones from both drum and bass that felt like a massage to your body.

After these awesome shows, we decided to take a little brake outside, where we met old and made new friends. I don´t know how it happened, but we missed The Machine, shame on us. So whats the next band now? Colour Haze! The first of two shows they played that day, and it was amazing, even though Philipp was a little ill, he made a great job.
Colour Haze
Then we missed My Sleeping Karma, because the “Kranhalle” stage was so full, they closed it. Btw.: MSK played with David (from The Machine) on the keyboards.

If you've ever been at a Truckfighters gig, you know how it is: loud, hot and with lot of Fuzz in the air.
The day before we've seen them in Austria supported by Parasol Caravan, but you never can get enough of their great show. Oskar and Niklas jumping and running on the stage, it´s a one hour power workup for both of them and for the crowd, you can´t stand still and just watch, you have to move till you are dehydrated.
Truckfighters
After a really short brake we walked to Grandloom. I saw them once in Austria and knew they are great, but this gig was unexpectedly good! One reason, why I was positively surprised, was the new drummer. After the exhausting Truckfighters show, Grandloom was really perfect! I laid back and enjoyed this awesome instrumental stoner rock. Sometimes psychedelic, slow and suddenly a hard “Karma to Burn” wall of sound with breaks in the most unlikely moments.
Grandloom
So, the last band for this awesome day – how else could it be – was Colour Haze, for the second time! They started their set with “She Said” from their latest album and as a surprise with a guest musician from Austria. Our friend Robert Schossleitner, drummer from the recently splitted band Been Obscene supported them on stage with percussions. The rest of the show was amazing, with a video wall on the back and a great setlist:
  • She Said
  • Moon
  • Slowdown
  • Transformation
  • Peace, Brothers & Sisters!
  • Tempel

  • Love
  • I Won't Stop


All in all it was a great day, with lots of music and awesome people. The only sad thing was that we couldn't see all the bands we wanted to see, because the stage times overlapped or it was too crowded. But you know that in advance, when you buy a ticket for a one day festival with 15 bands on 3 stages. 
by Victor

Friday, October 18, 2013

BANDS YOU SHOULD KNOW - from Austria

Band #7 Parasol Caravan
Parasol Caravan crank their amps up to 11 and play heavy rock with stoner and psychedelic elements. They are a dirty soundbastard with never ending groove, fat guitar riffs with no mercy for your neck and incredible whiskey soaked vocals that get under your skin.
Since the end of 2009 the four piece is rocking as many stages as possible and honoring their idols of the past without losing touch with the modern rock scene. 

Chinese Eyes - Use The Fuzz EP:



In the past 3 Years they played alot of shows, with bands like My Sleeping Karma, Asteroid, Greenleaf, Cojones and many more.

Today they release their new 7" Singel - New Stone / Supernova. And they celebrate their release show with the mighty Truckfighters in Linz. Tomorrow they will play at the Keep it Low Festival (we will make a Festival Review, so stay tuned!)

Listen to the new song "New Stone":


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Band Members:

Alexander Kriechbaum - Voc, Bass
Bertram Kolar - Git
Richard Reikersdorfer - Git
Vincent Böhm - Drums


Discographie:

Parsol Caravan EP (2010)

Use The Fuzz Split EP with Cachimbo de Paz (2012)

New Stone / Supernova 7“ Singel (2013)

Sunday, October 13, 2013

Album Review


Es handelt sich hier um eine Split-CD von Stonerbirds und Stangala.
Sowohl Stonerbirds als auch Stangala kommen aus Frankreich und lassen uns gespannt nach Westen blicken welche Sounds uns da erwarten.



Stonerbirds eröffnen die Kreiz-Breizh Session mit einem Reigen an Gitarrenwänden deren kraft mich auf Anhieb begeistert. Über 5 Songs erstreckt sich ein sehr psychedelisches und doch sehr druckvolles Werk wie aus einem Guss. Solides Handwerk auf allen Positionen und Spielfreude prägen die erste Hälfte dieser Split-CD.

Anspieltip: Dark Passenger


Stangala überraschen sofort mit einem für dieses Genre ungewöhnlichen Sound. Ein Saxophon! Oh ja das gefällt mir! Das französisch gesungen wird macht für mich die Sache nicht unbedingt gewöhnlicher und es gefällt mir noch mehr! ;-) Spätestens bei Beginn des zweiten Titels haben Stangala mich völlig in ihrem Bann gezogen und überraschen Song für Song immer mehr. Von Noiseelementen bis zu Samples ist alles vorhanden was das schräge Hirn verlangt. Auch hier werden die Instumente und Vocals hervorragend bedient.

Anspieltip: Ar Stang
Stangala auf Facebook



by Funkhead